Vennemann, gelernter Maler- und Lackierermeister, fand infolge einer Erkrankung zur Malerei. Seine fundierten Kenntnisse über Farben und Maltechniken brachte er aus seinem Handwerksberuf mit – eine Grundlage, auf der er sich in den vergangenen Jahren eine eigene künstlerische Ausdrucksform erarbeitet hat. Erste Werke entstanden in einem kleinen Atelier im Keller, darunter Bilder von Segelbooten in Acrylfarbe und Airbrushtechnik, die mittlerweile in zahlreichen Wohnzimmern von Freundinnen, Freunden und Familie hängen.
Im Zentrum der Ausstellung stehen mehrere von Vennemann selbst entwickelte oder weiterentwickelte Techniken: Filmstreifenbilder, die abstrakte Acrylmalerei mit popkultureller Filmästhetik verbinden, Rundbilder mit ausgeprägten Farbkontrasten sowie eine selbst entwickelte Acrylreißtechnik, bei der aufgetragene Spachtelmasse unter Sonneneinstrahlung trocknet und dabei charakteristische Risse bildet. Zu sehen ist diese Technik unter anderem in einem Werk, das die Wallenhorster Kirche zeigt und damit einen bewussten Lokalbezug herstellt. Hinzu kommen Graphitportraits, gezeichnet mit unterschiedlichen Bleistifthärten sowie Papierwischern und Radierstiften – häufig Familienmitglieder, oft auf Grundlage privater Fotografien.
Ein wiederkehrendes Element in Vennemanns Werk ist die Verbindung von künstlerischer Technik und persönlicher Erinnerung: Bildmotive greifen vielfach auf eigene Erlebnisse und Familienfotografien zurück und verweben so private Geschichte mit gestalterischem Ausdruck. In der Eröffnungsrede seiner Tochter, Ellen Vennemann, wurde dieser Zusammenhang anhand mehrerer Werke veranschaulicht.
Die Werke Stefan Vennemanns sind bis zum 27. September im Ruller Haus zu besichtigen.
