Hingerissen und gleichermaßen überwältigt zeigte sich unser Publikum beim Frühlingskonzert mit Viola Mokrosch, Pianistin und ehemalige Klavierprofessorin an der Hochschule Osnabrück, und Michal Majersky, Violinist und Konzertmeister des Osnabrücker Symphonieorchesters. Das kammermusikalische Duo schaffte es mühelos, mit seinem einfühlsamen und subtil gestalteten Spiel die lichtdurchfluteten Höhen zarter und romantischer Gefühle durch Debussys erste Arabesque oder die heitere Frühlingssonate Beethovens zu erreichen. Mit Mozarts einziger Violinsonate in Moll erschufen die Musizierenden mit ihrer geschmeidig phrasierten Interpretation eine bodenständige Atmosphäre von Ruhe und Ernsthaftigkeit, die schon deutlich schwermütiger wirkte. Mit Griegs dritter Violinsonate in c-Moll stiegen Majersky und Mokrosch gänzlich hinab in die dramatisch-leidenschaftlichen Tiefen, die – betont von den gesanglichen und lyrischen Passagen des zweiten Satzes – umso dunkler und aufgewühlter wirkten.
Die Gäste folgten dem in großen Spannungsbögen erzählenden, mal dialogischen, mal ineinander verwobenen musikalischen Miteinander der beiden vertrauensvoll und ließen sich durch alle Höhen und Tiefen bereitwillig leiten. Brandender Applaus und Bravo‑Rufe aus dem bis auf den letzten Platz gefüllten Kapellenraum entluden sich nach einem kurzen Moment des Innehaltens auf den letzten Ton.
Mit sichtlicher Freude nahmen die Zuhörenden die zwei dargebotenen Zugaben entgegen. Besonders die poetisch anmutende „Sicilienne“ von Maria Theresia Paradis, von Majersky scherzhaft „zur allgemeinen Beruhigung“ abschließend angestimmt, führte zurück in die sanfte und warme Stimmung dieses perfekten Frühlingsnachmittags.