Yulia Mun (Flöte) und Laura Isbert (Violoncello) spielten virtuos und traumwandlerisch sicher zusammen. Bachs e-Moll-Sonate, sonst meist mit Cembalo begleitet, kam nur mit Cello aus und klang trotzdem rund und farbig. Beim Duo von Erwin Schulhoff, einem von den Nationalsozialisten ermordeten jüdischen Komponisten, umkreisten sich beide Stimmen wie in einem Kanon: nicht tonal, aber richtig gut hörbar. Villa-Lobos’ „Assobio a Jato“ („Pfeifen eines Jets“) wagte ungewohnte Klänge und holte das Publikum mit folkloristischen Passagen wieder ab.
Nach der Pause folgte Bachs E-Dur-Sonate, heiter und tänzerisch. Pau Riedweg, mit den Musikerinnen befreundet, hatte mit „Elegie to George Crumb“ eigens ein Stück für das Duo geschrieben, eine Hommage an den amerikanischen Komponisten. Zum Schluss sorgte Piazzollas „Libertango“ mit Schwung und Feuer für vertraute Klänge und viel Begeisterung.
Langanhaltender Applaus belohnte die beiden Musikerinnen, die in dieser Spielzeit in der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford zu hören sind.
