Ein Abend von pianistischem Gewicht – Naho Suzuki gibt meisterliches Konzert

28. Juni 2026

Veranstaltungen

Folk-Musik, Film oder Theater? Lieber was für Kinder? Kunst oder Klassik? Wir zeigen Dir, was das Ruller Haus zu bieten hat …

Der Verein

Ehrenamtliche und beruflich Kulturmachende engagieren sich für Vielfalt und generationenübergreifende Kulturangebote.

Vermietung

Das Ruller Haus mit Hof und Gartenbühne, Musikraum, Diele, Küche und Kaminzimmer eignet sich für Seminare, Tagungen und vieles mehr …

l

Pressespiegel

Was die Medien über das Ruller Haus zu berichten haben …

Die Besucher des Ruller Hauses trotzten am Sonntag, den 21. Juni, der sengenden Hitze mit einer Aufmerksamkeit, die dem Programm vollauf gerecht wurde – und das Programm verdiente sie. Naho Suzuki hatte sich viel vorgenommen. Was sie bot, war kein Konzert für einen lauen Sommerabend, sondern ein Abend von ernsthaftem pianistischen Gewicht.

Den Auftakt machte eine Sonate Mozarts: Die Tempi waren mutig gewählt, die Läufe perlten mit einer Brillanz, die nie ins Mechanische kippte, und der charakteristische Schalk des Salzburger Meisters – diese heiter-burleske Unberechenbarkeit – kam mit einer Unmittelbarkeit zum Vorschein, die man bei einer so jungen Interpretin nicht selbstverständlich erwarten darf. Was das Publikum dabei zunehmend in seinen Bann zog, war ein Kontrast, der sich durch den gesamten Abend zog: ein Auftreten, das zunächst fast zurückhaltend wirkte, ja beinahe schüchtern – und dann, sobald die Hände die Tasten berührten, in eine Präsenz von ganz anderer Qualität umschlug.

Mit Schuberts vier Impromptus öffnete sich ein weites emotionales Terrain. Tänzerische Leichtigkeit und tiefe Schwermut, lyrische Innigkeit und jähe Melancholie – Schuberts rastlose Stimmungswechsel verlangen von der Interpretin sowohl Sensibilität als auch Entschiedenheit. Suzuki bewies mühelos beides.

Die späten Klavierstücke von Brahms stellten nochmals höhere Anforderungen. Hier liegen Überschwang und Trauer, Nachdenklichkeit und rauschhafter Klang nicht nebeneinander, sondern ineinander verflochten – auf mehreren Ebenen zugleich. Suzuki fand dafür eine Tongebung, die dem Tiefgründigen dieser Musik gerecht wurde, ohne es zu schwer werden zu lassen.

Den Abschluss bildeten zwei Scherzi Chopins, und mit ihnen brach das auf, was sich den ganzen Abend angedeutet hatte: technische Souveränität im Dienst von Leidenschaft. Stürmisch, bisweilen skurril-wild, mit jenem kontrollierten Risiko, das Chopin-Interpret:innen auszeichnet – hier ließ Suzuki keinen Zweifel daran, dass sie weiß, was sie kann, und bereit ist, es auf dem Podium zu zeigen.

Die Gäste des Ruller Hauses erlebten an diesem Sommerabend den Beginn einer pianistischen Laufbahn, die man unbedingt weiter verfolgen sollte.