Susanne von Bülow

*1969 in Balingen
Mixed Media Print, Zeichnung, Plastik & Performance
lebt und arbeitet in Münster

Foto: Polly Pocket Museum of Modern Art

Schwarzbrotmadonna „Ein Mundvoll Pumpernickel zerkaut Susanne von Bülow zu einer formbaren schwarzen Masse und generiert damit Mund für Mund den Stoff, aus dem sie eine Figur zu formen beginnt. (…)

Sie löst einen bildhauerischen Prozess in ihrer Mundhöhle aus – beginnt intim in sich selbst, das Material zu bereiten und den plastischen Grund zu legen. Susanne von Bülow (…) produziert dabei eine körperliche Nähe zu dem entstehenden Objekt – die Künstlerin transformiert sich selbst zur materiellen Bedingung und Ernährerin der entstehenden Plastik. Dabei reflektiert sie die Mutter als elementare Ernährerin, als notwendige Ursache allen Seins – als unumgängliche Basis für alle Existenz selbst.

Ihre Performance transzendiert dabei zu einem streitbaren Ritual, sie wandelt das Brot, sie nährt als Mutter die Mutter, die sie als Schwarzbrotmadonna und mithin als Mutter Gottes benennt. (…)

Frau kaut Brot und Brot baut Frau.

Doch über den Zungenbrecher hinaus entsteht hier eine künstlerische Position, die Zuneigung und Abneigung, Hingabe und Abwendung in einem Prozess vereint. Das Banale wirkt heilig – das Heilige elementar, banal und animalisch.“  (Ruppe Koselleck über Susanne von Bülow, kunstforumstalk)