LesensWerte-StartseiteInformationen zu den Farben:


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Lesen(s)Werte für Kinder im April 2016

003a DorabellaZauberhafte Dorabella – Samsons 13. Kindermädchen

Vorlesegeeigneter Kinderroman: Karlsson, Y., ab 6/9 J., Hanser 2015; 12,90 €

Samuel und Samson sind Brüder und haben einen ziemlichen Verschleiß an Kindermädchen. Dabei sind die Jungen eher zuwendungsbedürftig als schwer-erziehbar, denn sie haben vielbeschäftigte Eltern, die wenig Verständnis für typisch-kindliche Verhaltensweisen haben.

Kindermädchen Nr. 12 kündigt just in dem Moment, als die Eltern in Abendgarderobe auf dem Sprung sind. Keine Zeit zum Fragenstellen bleibt da, als eine fremde Frau an der Tür klingelt und sich als „die neue Nanny“ vorstellt: Dorabella. Sie ist ruhig, geduldig, verständnis- und liebevoll und hat sich eine große Portion spielerischen Übermut und Fantasie bewahrt, die sie mit einer Prise Magie wahr werden lässt.

Zuerst etwas ängstlich-zögerlich trauen Samuel und Samson dem ungewohnt fröhlichen Frieden nicht, aber schon bald sind die Nachmittage mit Dorabella die Höhepunkte der Woche.

Ob Schwimmunterricht bei einer echten Meerjungfrau oder ein Picknick trotz strömenden Regens …, hier vereinen sich neue Ideen mit schönsten Erinnerungen an „Mary Poppins“ und „Eine zauberhafte Nanny“ – Vorlesespaß pur!

 

 

003a 65 TageWie ich die Welt in 65 Tagen besser machte

Kinderroman: Weber Hurwitz, M., ab 11 J., Sauerländer 2014; 12,99 €

Nina geht in die achte Klasse. Am letzten Tag vor den Sommerferien sagt der Lehrer etwas, das sie beeindruckt: „ Oft sind es die ganz alltäglichen Dinge, die […] völlig unbemerkt  passieren und doch den Unterschied machen.“  Es wird „nicht nötig sein, besonders aufzufallen und bemerkt zu werden – worauf es jedoch  ankommt, ist, bemerkenswert zu sein.“ Dieser Satz geht ihr nicht mehr aus dem Kopf, und während ihre Eltern pausenlos arbeiten, ihr Bruder ständig unterwegs ist und ihre beste Freundin nur Jungs und Klamotten im Kopf hat, beschließt Nina aktiv zu werden.

Jeden Tag will sie heimlich eine gute Tat vollbringen. 65 Ferientage liegen vor ihr und damit die Möglichkeit, die Welt in 65 Tagen besser zu machen. Sie beginnt, ihre Familie sowie die Nachbarn genau zu beobachten, und entdeckt viele Gelegenheiten, zu helfen oder eine kleine Freude zu bereiten. Tag für Tag setzt Nina nun kleine Zeichen der Freundlichkeit, die nicht unbemerkt bleiben, eine Eigendynamik entwickeln.

Ein hoffnungsfroh-sommerlicher Roman, der zum Nachmachen inspiriert und glücklich macht – sehr empfehlenswert

 

Lesen(s)Werte für Kinder im Februar 2016

HopplaHoppla, ich habe Mama und Papa geschrumpft!

Bilderbuch: Gehm, F. u. Hansen, C. ,ab 4 J., Loewe 2015; 12,95 €

Familie Schniegel, das sind Mama, Papa, Töchterchen Toni und Hund Schnups, will sich einen ‚richtig schönen‘ Tag machen. Allerdings versteht jedes Familienmitglied hierunter etwas anderes: Papa möchte Musik hören und Mama Zeitung lesen, während Toni versucht, beide zum Spielen zu überreden. Doch entweder sind die Eltern zu groß, zu schwer oder aber der Rücken schmerzt zu sehr, um mit Toni eine Höhle zu bauen oder im Garten zu toben. Ärgerlich und wütend auf ihre Eltern, wünscht Toni sie sich beim Verpusten einer Pusteblume „genauso klein wie ich. Simsala-Pi-Pa-Puste!“ Ihr Wunsch geht in Erfüllung, und ab sofort sind Mama und Papa nicht nur kinderklein, sondern auch albern-fröhliche Spielgefährten für Toni. Aber für manche Handgriffe braucht es doch eine gewisse Körpergröße und geistige Weitsicht . Wie gut, dass es noch mehr zauberhafte Pusteblumen gibt.

Diese fröhlich-frische Geschichte sensibilisiert kleine wie große Leser ihren Blickwinkel zu verändern und dadurch zu dem Schluss zu kommen, dass jeder seine jeweils richtige und wichtige Position in der Familie hat. Vorlesenswert!

 

 

KatzenchaosLou und Rokko und das Katzenchaos

Kinderroman: Fröhlich, A., ab 9 J., Dressler 2014; 12,99 €


Die Mutter von Lou (10) und Rokko (8) ist Löwenforscherin und verschwindet spurlos auf einer Expedition in Afrika; der Vater macht sich auf die Suche und „parkt“ die Kinder bei Tante Sandy, die neben ihren einjährigen Zwillingen, Phil und Bill, noch zwei dicke Katzen (Wladimir und Vitali) und vier Hühner (Holly, Dolly, Rolly und Molly) hat. Alle Hände voll zu tun gibt es und so müssen die Geschwister, ihren Eignungen entsprechend, mithelfen.  Rokko, der besonders gut mit Tieren umgehen kann, versucht die Hühner mittels Hypnose zum Eierlegen zu bewegen, während Lou Tante Sandy im Haushalt und bei der täglichen Arbeit mit den Zwillingen unterstützt. Die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen, als Phil und Bill samt Buggy scheinbar entführt werden; ob es sich tatsächlich um ein Verbrechen handelt?
Herrlich schräg und voller Überraschungen – ein lustiges Katzenchaos, das bis zur letzten Seite Spaß macht!

 

BauchnabelHerbert und der Bauchnabel

Bilderbuch: D’Heur, V. ; Kervyn, A., ab 3/4 J., Lappan 2015; 12,95 €

„Herbert saß in seinem Zimmer und spielte.“ Alle Körperteile funktionieren zu seiner vollsten Zufriedenheit: fest zupackende Hände und kräftige Beine zum Dreiradfahren hat er. Doch „als er auf seinen Bauch schaute, sah er etwas Seltsames. Was war denn das da in der Mitte? Herbert erschrak. Ein … Loch?! Das hatte er noch nie zuvor gesehen. Wie war es da so plötzlich hingekommen? Und was sollte er mit diesem Loch im Bauch machen? Musste er damit atmen, so wie mit seiner Nase?“ Weder zum Atmen noch zum Pipimachen ist das Loch geeignet. Ob ihn die anderen Tiere deshalb wohl auslachen werden? Schließlich löst Mama das Geheimnis um das merkwürdige kleine Loch im Bauch und erzählt ihm von seiner Zeit als Baby in ihrem Bauch…
Eine liebevoll-illustrierte Geschichte, die kindgerecht und mit einem Augenzwinkern das Rätsel um die Bedeutung und Entstehung des Bauchnabels löst.


 

 

 

KrumpflingeDie Krumpflinge

Kinderroman: Roeder, A., ab 5/8 J., Cbj 2014/15; 7,99 €

Egon ist der bleistiftkleinste Sprössling der Familie, die mit „ungefähr 49“ Krumpflingen  in der roten Kindergießkanne im Keller der alten Villa lebt. Egon hat ein herzförmiges Mal in seinem babyspinatgrünen Fell, weshalb er von seinen Geschwistern oft verspottet wird. Ein Krumpfling hat weder süß noch niedlich, geschweige denn lieb zu sein. Sie ärgern und necken die Menschen und hoffen so auf möglichst viele Schimpfwörter. Hieraus wird nämlich ihr allerleckerster „Krumpftee“ gekocht. Doch als Familie Artich mit dem sechsjährigen Albi in die Villa zieht, drohen den Krumpflingen ‚krumpfteelose‘ Zeiten, denn die Familie macht ihrem Namen alle Ehre und schimpft nicht. Also wird Egon ausgewählt, sein Können unter Beweis zu stellen und die Artichs zu ärgern. Egon zieht in die Wohnräume der Familie und gibt Alles, um die Schimpfwörter zum Sprudeln zu bringen …
Ein lustig-fantasievolles Abenteuer um ein außergewöhnlich liebenswertes Monsterchen, das sich alle Mühe gibt, artgerecht böse zu sein – sehr (vor-)lesenswert sind auch die vier fortsetzenden, monstermäßigen Abenteuer von Egon.

Lesen(s)Werte für Kinder im Oktober 2015

MuskeltiereDie Muskeltiere: Einer für alle, alle für einen

Kinderbuch: Krause, U., ab 8 J., vorlesegeeignet ab 5/6 J.; Beltz & Gelberg 2014; 12,95 €

Der Hausmäuserich Picandou führt ein käsegenussvolles Leben im Keller eines Feinkostgeschäftes. Im Hamburger Hafen rettet er einer halbtoten Ratte das Leben.

Da sie ihr Gedächtnis verloren hat und scheinbar heimatlos ist, nimmt Picandou sie mit nach Hause. Dort wartet bereits der nächste ungebetene Gast: Ernie, eine Kneipenmaus, die nur knapp dem Kammerjäger entkommen ist.

Gemeinsam machen sich die drei auf die Suche nach der Vergangenheit der namenlosen Ratte. Unterwegs stößt noch Bertram von Backenbart, ein stolzer Goldhamster, zu ihnen, der gerne ein edles Muskeltier wäre, denn die Geschichte dieser wagemutigen Helden kennt und liebt er von einer Hörspiel-CD ...

In dem Buch „Die Muskeltiere: Einer für alle, alle für einen“ kämpfen vier kleine Nager mit viel Herz und wortgewitzten Schnauzen um Wahrheit und Gerechtigkeit – sehr vorlesegeeignet und großzügig illustriert! Gerade erschienen: „Die Muskeltiere auf großer Fahrt“ – das Abenteuer geht weiter!

 

 

 

 

Delly
Die Wahrheit wie Delly sie sieht

Kinderroman: Hannigan, K., ab 11 J., Hanser 2014; 14,90 €

Delly ist neugierig und wild, vor einer handfesten Prügelei schreckt sie nicht zurück. Gleichzeitig ist sie aber auch ungemein liebenswert, bemüht sich immer um Gerechtigkeit und Wahrheit, aber leider geht ihr Temperament häufiger mit ihr durch, als dass sie sich Freunde machen könnte. Außerdem hat Delly eine Art siebten Sinn und eine überschäumende Fantasie, der immer neue Wortkonstruktionen entspringen. So erahnt Delly bereits das „Überraschenk: ein Geschenk, das zugleich eine Überraschung ist …“.

An diesem Tag kommt Ferris, ein neues Mädchen, in ihre Klasse. Sie ist unscheinbar, spricht nicht und will nicht berührt werden. Trotz dieses ungewöhnlichen Verhaltens fühlt Delly sich zu Ferris hingezogen. Doch um ihr Vertrauen und evtl. ihre Freundschaft zu gewinnen, muss sie lernen, ihr Temperament zu zügeln.

„Die Wahrheit wie Delly sie sieht“ ist eine berührende, fein- und tiefsinnige Geschichte über die Kraft, die einer (wortlosen) Freundschaft innewohnen kann.

Lesen(s)Werte für Kinder im September 2015

FaultierAls das Faultier mit seinem Baum verschwand

Bilderbuch: Scherz, O. ; Gehrmann, K.
ab 4 J., Beltz & Gelberg 2015; 12,95 €

Im Dschungel lebt das Faultier, so lange es denken kann. Auf seinem Baum ist es glücklich, "es braucht von keinem anderen Ort zu träumen […], ein altes Astauge bewacht es Tag und Nacht. So war das jedenfalls immer." Im Tiefschlaf bemerkt das Faultier deshalb zunächst nicht einmal, dass sein Baum gefällt, und es an den Stamm geklammert auf die Reise geht. Durch Tag und Nacht, über Wasser und Land, um die halbe Welt reist der Stamm im Arm des Faultiers. Erst im Sägewerk muss das Faultier seinen Freund loslassen. Lang und mühsam ist die anschließende Suche nach seinem Schlafstamm, bis er ihn schließlich am Astauge wiedererkennt: ein Stuhl wurde aus ihm gefertigt, den das Faultier nun genau so liebevoll-fest umklammert und nie wieder loslassen wird. Schließlich kauft Pauls Vater eben jenen Stuhl mit Faultier. Es mag nicht fressen, scheint traurig zu sein, und Paul stellt seinen Eltern die entscheidende Frage “Wo kommt es eigentlich her?“. Und weil Paul weiß, wie sich Heimweh anfühlt, schickt er den Stuhl samt Faultier in einem großen Paket: "Bitte zurück in den Urwald!"

Als das Faultier mit seinem Baum verschwand
Eine Geschichte um die Folgen der Abholzung des Regenwaldes, um Heimat und Heimweh, die Tiefgang zulässt, aber nicht aufzwingt. Wunderbar einfach, einfach wunderbar!

 

 River SingersRiver Singers – Aufbruch ins Ungewisse

Kinderroman: Moorhouse, T.
ab 9 J. (vorlesegeeignet ab 6 J.), rororo 2014; 12,99 €

Die Schermausmutter (ugs. „Wasserratte“) bringt zwei Töchter, Fern und Aven, und zwei Söhne, Orris und Sylvan, zur Welt. Sie umsorgt ihre Kinder und lehrt sie, dem Großen Fluss, Sinethis mit Ehrfurcht und Liebe zu begegnen, denn „Wir sind […] ein Wasservolk, die Kinder von Sinethis. […]. Er singt mit uns ein Lied, […] so tief wie die Schatten und so alt wie die Steine. Wir sind Fluss-Sänger, und wir gehören ihm.“  Doch kurz nachdem Sylvan und seine jüngeren Geschwister den Großen Fluss kennen und lieben gelernt haben, verlieren sie ihre Mutter an ein todbringendes Wesen, das nachts  das unterirdische Mäusenest überfällt. Ein unbekannter Feind, der sowohl an Land als auch im Wasser jagt, verbreitet Angst und Schrecken. Mit dem ‚Aufbruch ins Ungewisse‘ beginnt für die jungen Mäuse die Suche nach einer neuen und sicheren Heimat voller Gefahren und Überraschungen.

River Singers – Aufbruch ins Ungewisse
Dieses sehr realitätsnahe und gleichzeitig poetische Abenteuer, mit einer fantastischen Note, ist ein Kinderroman, der sich problemlos mit „Der Wind in den Weiden“ oder „Unten am Fluss“ messen kann – sehr empfehlenswert! Band 2: River Singers: „Die große Flut“ ist bereits erschienen!

Lesen(s)Werte für Kinder im Juli 2015

PingKommissar Ping

Erstlesebuch:  Seltmann, C. ; Karipidou, M., ab 6 J., Arena 2014; 7,99 €

Kommissar Ping ist ein Meister im Warten; tagaus, tagein wartet er darauf, dass in seinem Detektivbüro in der Wüste etwas passiert. Ob der Pinguin im Trenchcoat auch detektivische Fähigkeiten hat, kann er unter Beweis stellen, als sein Kollege Karl, das Kamel, ihm endlich einen Fall präsentiert.

Ein Dieb stiehlt Süßigkeiten und hinterlässt Bonbonpapiere und … Fußabdrücke, wie die eines Pinguins! Ab sofort ist die Langeweile vorbei …,  und es entwickelt sich eine ziemlich irrwitzige Verbrecherjagd mit sprechenden Kakteen und kaugummikauenden Kamelen … und ganz vielen klitzekleinen Leserätseln, die direkt in die Geschichte integriert sind.

Kommissar Ping garantiert keine Langeweile! Diese völlig abgedrehte Detektivgeschichte ist intelligent inszeniert und bietet neben kongenial-komischen Illustrationen allerbeste Unterhaltung für Erstleser!

 

 

 

MaxMax und die wilde 7

Kinderroman: Dickreiter, L.-M. u. Oelsner, W., ab 8 J. (vorlesegeeignet ab 5 J.), Oetinger 2014; 12,00 €

„Ich heiße Max. Ich bin neun und wohne im Altersheim“ – so stellt sich Max am letzten Tag vor den Sommerferien vor und wird damit direkt zur Zielscheibe vom Spott seiner neuen Klassenkameraden. Dabei ist das Leben auf der alten Ritterburg Geroldseck, wo seine Mutter als Nachtschwester arbeitet, eigentlich ziemlich „cool“, als Max die berühmt berüchtigten Senioren von Tisch Nr. 7 besser kennen lernt.

Vera, die ehemalige Schauspielerin, Horst, der Fußballtrainer im Ruhestand und Kilian, der verrentete Biologieprofessor  sind zwar zusammen mehr als 200 Jahre alt, aber garantiert nicht von gestern! Als ein Dieb mehrere Einbrüche in den Zimmern der Bewohner verübt und jeweils eine Spielkarte als Spur hinterlässt, werden Max und die wilden Sieben ein Team ziemlich bester Freunde, die gemeinsam diesen Kriminalfall lösen.

Max und die wilde 7 ist der wunderbar spannend-lustige Auftakt einer generationenübergreifenden Detektivserie – der zweite Teil „Die Geisteroma“ ist bereits erschienen.